Auch Betrüger haben Lieder (Teil 1)
Shownotes
Andrew schildert, wie er vom Manipulieren der Social-Media-Reichweite zum Streaming-Betrug gelangte und dabei lernte, künstliche Plays, Accounts und scheinbar organische Popularität zu erzeugen. Dabei wird deutlich, dass sich mit gefälschten Streams und manipulierten Charts viel Geld verdienen lässt. Andrew beginnt, solche Betrugsmaschen selbst aufzudecken, und stellt dabei fest, dass das Ausmaß des Betrugs enorm ist.
Deutsche Stimmen: Isabel Grünewald (Jack), Marko Pauli (Andrew)
Produktion: Marko Pauli
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Das Transkript zu dieser Folge findet Ihr auf heise online: https://heise.de/-11446470
Englisches Original von Jack Rhysider: https://darknetdiaries.com/episode/171/
Shownotes:
KI-Streaming-Betrug: Einem US-Amerikaner drohen nach Geständnis fünf Jahre Haft: https://www.heise.de/news/KI-Streaming-Betrug-Einem-US-Amerikaner-drohen-nach-Gestaendnis-fuenf-Jahre-Haft-11219496.html
Beatdapp: https://beatdapp.com/
Artikel zu Beatdapp: https://www.musicbusinessworldwide.com/beatdapp-launches-trust-safety-operating-system-to-combat-fraud-beyond-music-streaming/
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich mochte das Konzept Fake it till you make it schon immer, weil man sich so verhält wie die Person, die man sein möchte bis man sie tatsächlich ist.
00:00:09: Man fühlt sich dabei manchmal zwar wie ein Hochstapler aber ich glaube Das beste Gegenmittel dafür ist einfach mehr Erfahrung.
00:00:16: Aber Wie wird man vom totalen Anfänger zu jemandem der etwas selbstbewusst tut?
00:00:23: Ich gehe da oft in eine Buchhandlung um mir helfen zu lassen.
00:00:26: Aber wisst ihr welche Bücher mich schon immer gestört haben?
00:00:29: diese Für-Dummies Bücher, wie C-Programmieren für Dummies oder The Complete Idiots Guide.
00:00:36: Selbst wenn ich keine Ahnung habe wo ich anfangen soll würde ich mir so ein Buch nie kaufen!
00:00:41: Ich halte mich weder für einen Dummy noch für eine Idiotin – ich will ja nur wirken wie eine Expertin bis ich tatsächlich eine bin und ich will nicht vorteuschen ein Dummy zu sein.
00:00:52: Ich will eine großartige Programmiererin sein.
00:00:55: Ein Dummyleitfaden für Programmierung entspricht dann nicht meiner Zielvorstellung.
00:00:59: Ich finde die Titel dieser Bücherzielen auf das, was man jetzt ist und nicht auf das ,was man werden will.
00:01:06: Und...das passt nicht zu mir!
00:01:09: Ich habe mir schon unzählige Ratgeber gekauft aber ich werde mir niemals eines dieser Büchern zulegen.
00:01:15: Für mich ist der Schlüssel zum Erfolg im Ehrgreiz.
00:01:18: Ich würde sofort Bücher kaufen, wie man ein fantastischer C-Programmierer wird heißen.
00:01:25: Denn das ist es ja, was ich werden will.
00:01:27: Das Buch könnte exakt wortgleich zu dem anderen Buch sein, diesem C-Programmieren für Dummy's.
00:01:33: Aber es hätte eine völlig andere Wirkung auf mich!
00:01:36: Jedes Mal wenn ich den Titel sehe hätt' ich das Gefühl immer mehr zu der Person zu werden die ich sein will – einer fantastischen Programmiererin.
00:01:46: Das gäbe mir so ein vorgetäuschtes Gefühl von Größe was genau dem entspricht was Fake It Till You Make It aus macht.
00:01:53: Es geht nicht darum wer man heute ist sondern wer man morgen sein möchte.
00:01:58: Es geht darum, die ersten Schritte zu gehen sich auf eine Transformation einzulassen und zuzulassen dass die eigenen Handlungen das Schicksal formen.
00:02:09: Also los!
00:02:09: Tut einfach mal so.
00:02:11: Ihr könnt euch selbst belügen wenn ihr wollt Denn manchmal sind die größten Lügen diejenigen Die unser wahres Ich freisetzen.
00:02:22: Dies sind wahre Geschichten von der dunklen Seite des Internets, recherchiert und geschrieben von Jack Reisider.
00:02:29: Wir sind Judy Hohmann, Marco Pauli und Isabel Grünewald von Heise Online Und wir bringen euch die Darknet Diaries auf Deutsch!
00:02:54: Ich spreche heute mit Andrew.
00:02:56: Ja ich bin Andrew Beatty?
00:02:57: Ja, ich bin Anru Beatty.
00:02:59: Andrew hat einen wirklich einzigartigen Job... ...und ich kann es kaum erwarten mit ihm darüber zu sprechen Aber zuerst sollten wir erfahren, wie er dort hingekommen ist.
00:03:13: Ich habe bei Facebook angefangen damals als es noch nur für die Universitäten da war und dann war ich einer der ersten fünfzig Beta-Werbetragenden auf Twitter.
00:03:22: Man hat gelernt deren System Zweck zu entfremden.
00:03:30: Diese Systeme sind riesig und komplex.
00:03:32: Algorithmen, Likes, Followern... ...und ein ganzes Werbenetzwerk!
00:03:37: Er fragte sich ob er das alles zu seinem Vorteil manipulieren könnte?
00:03:42: Das
00:03:42: gleiche bei YouTube.
00:03:43: Früher konnte man alles auf die Startseite von YouTube bringen.
00:03:47: Und ich wurde schnell zu dem Typen, zu dem man ging wenn man so, sagen wir mal Grey Hat oder Black Hat Sachen machen wollte.
00:03:55: Greyheart, Blackheart, Whiteheart.
00:03:58: Lass uns das mal kurz definieren!
00:04:00: Das wird in dieser Episode oft vorkommen und wir fangen mal mit Whiteheart an.
00:04:05: Whiteheart bedeutet etwas zu tun, dass einhundert Prozent legal und sicher ist wie zum Beispiel den eigenen Computer zu hacken – dafür wird euch niemand verhaften.
00:04:15: Blackheart bedeutet, etwas Illegales zu tun wie den Anwalt der Ex-Frau zu hack'n um zu sehen was sie gegen einen aushecken.
00:04:24: Grey Hat liegt irgendwo dazwischen.
00:04:28: Vielleicht ist es technisch nicht legal, aber man hackt sich in etwas ein nur um zu recherchieren – ohne Schaden anzurichten!
00:04:37: Diese Begriffe gelten auch fürs Marketing.
00:04:40: Jemand der sich an die Regeln hält und ganz normal für Werbung bezahlt, ist ein White Hat-Marketer.
00:04:47: Aber jemand, der zum Beispiel Bots einsetzt, um künstlich eine Menge fünf Sternebewertungen wäre meiner Meinung nach ein Black Hat-Marketer, weil er lügt und betrügt.
00:04:59: Und riskiert von genau der Plattform geworfen zu werden auf die Erwachsenen.
00:05:04: Zumindest dachte ich, dass diese Begriffe das bedeuten als sich mit der Recherche für diese Episode begannen.
00:05:11: Aber meine Definition könnten sich im Laufe der Zeit ändern!
00:05:15: Meiner Meinung nach war Andrew also ein Black-Hat-Markter.
00:05:19: Er versuchte bestimmte Produkte oder Personen zu bewerben In dem er Menschen oder Systeme austrägste, um die Popularität von etwas künstlich aufzublänen.
00:05:32: Meine
00:05:32: Lieblingsbeschäftjung damals war das Like-Jacking.
00:05:36: Facebook sah damals noch ganz anders aus – es waren auch vor der Einführung der Fanseiten.
00:05:40: Man konnte da nur Freundschaftsanfragen verschickten und es gab dann eine Obergrenze von fünftausend Personen.
00:05:47: Also für das Like Jacking!
00:05:49: das sich erschleichen von Likes, konnte man damals den Freundschaftsanfrage-Button verstecken oder als die Fanseiten dann eingeführt wurden, den Folgen batten.
00:06:00: Man hat ihn in den Pixeln versteckt – ich weiß nicht ob du das mitbekommen
00:06:03: hast.
00:06:06: Ja hab' ich!
00:06:07: Leute, die in den sozialen Medien populär werden wollen machen es vielleicht wie eine aufstrebende Band, die so viele Likes und Follower wie möglich will.
00:06:17: Wenn andere denken, dass du gut bist, dann bist du wahrscheinlich auch gut.
00:06:21: Deshalb taust du vielleicht in den Feeds von mehr Leuten auf... Facebook hat es so eingerichtet, dass man überall einen Like-Button einfügen konnte zum Beispiel auf der eigenen Website oder im Blog.
00:06:32: Aber wenn man gerissen war, konnte man Leute dazu bringen auf diesen Like-button zu klicken ohne das sie es wussten.
00:06:40: Das ist Clickjacking!
00:06:42: Oder likejacking.
00:06:47: Wir haben
00:06:47: das häufig auch Video- oder Photosharic Websites eingesetzt.
00:06:51: Wenn Nutzer darauf weitergeklickt haben, sich durch Video oder Fotokaroussells per Klick blätterten, haben wir die Nutzer gewissermaßen dazu gebracht, doppelt zu klicken.
00:07:02: Wir haben dafür vorher auch Websites mit besonders hohem Besucheraufkommen aufgekauft.
00:07:08: Dann haben wir angefangen, Webentwicklung für andere Seiten zu betreiben und das auch da integriert.
00:07:14: Wir sind halt davon ausgegangen, dass sich die Nutzer nicht von Facebook abmeldeten.
00:07:19: Die Daten werden in ihrem Browser zwischengespeichert also haben wir dieses Pixel einfach auf anderen Websites versteckt.
00:07:27: so konnten wir Millionen von Fans auf bestimmte Inhalte lenken.
00:07:35: Mann wie clever!
00:07:37: Sie kauften eine beliebte Video- und Photosharingseite und wenn die Nutzenden auf weiter oder Play klickten war es nicht der Weiterbutton.
00:07:45: Es war der Facebook Like-Button.
00:07:48: Die Nutzerinnen und Nutzern mussten zweimal klicken, weil der erste Klick nur das Foto likete – und der zweite dann zum nächsten Foto führte.
00:07:57: Andrew bewahrt also sein Service damit, dass er für eine Facebookseite fünftausend Follower und Tausende von Likes besorgen kann ….
00:08:05: Und die Leute kauften seinen Service um ihre Bands zu promoten… und er ließ deren Facebook-Konto künstlich
00:08:12: wachsen!
00:08:17: Das war sozusagen unser Ausgangspunkt.
00:08:20: Eine weitere Sache, die wir in der Anfangszeit gemacht haben, war so eine Art Handel mit Traffic.
00:08:25: Damals war es
00:08:26: z.B.,
00:08:27: wenn man einen Werbekunden Rechnung stellte, interessierten denen vor allem die Verweildauer auf der Webseite und sowas wie CPM's – also Cost Per Mill.
00:08:38: Also der Preis, den sie für ein Tausend Einblendungen zu zahlen hatten.
00:08:42: Die tatsächliche Klickrate oder die Interaktion mit den Anzeigen waren ihm nicht so wichtig.
00:08:48: Da gab es noch kein Bewusstsein für.
00:08:50: Ich weiß, das erscheint heute selbstverständlich aber in den Nullerjahren wusste eigentlich niemand dass das wichtige Kennzahlen waren auf die man achten musste – zumindest nicht bei traditionellen Werbekunden.
00:09:02: Wir hatten also diese Websites mit hohem Traffic-Aufkommen und erzielten dort beispielsweise ein CPM von fünf Dollar Aber wir konnten Traffic für etwa ein Dollar kaufen.
00:09:14: Also mischten wir gerade so viel Mülltraffic darunter, dass wir unsere Gesamtverweildauer auf der Seite oder die Nutzerstatistik nicht wirklich ruinierten.
00:09:24: Auf die Art konnten wir quasi Geld
00:09:27: drucken.".
00:09:31: Oh!
00:09:32: Er verkaufte also Anzeigen auf seiner Website Bezahlte dann aber gefälschte Besucher dafür, darauf zu klicken so dass es so aussah als hätten viele Leute auf diese Anzeige geklickt und dann kassierte er einfach das Geld dafür.
00:09:46: Aber in Wahrheit war's nur gekaufter Traffic.
00:09:54: Ein weiteres Projekt damals hing mit YouTube zusammen.
00:09:57: Es gab ja damals viele dieser Pop-Under anzeigen, die die meisten Leute von Werbung für Penisvergrößerung oder ähnlichen Dingen kannten.
00:10:07: Man klickte sich aus einer Website raus und darunter öffnete sich dieses nervige kleine Browserfenster.
00:10:14: Wir haben diese Fenster mit stummgeschalteten YouTube-Videos geladen, und konnten dadurch ziemlich schnell hunderttausende Aufrufe für ein YouTube Video generieren!
00:10:25: Wenn wir auf die Art im Hintergrund dann unbemerkt dreihundert bis sagen wir vierhundert tausend Aufruf erzielt hatten, gelang es uns damit in den Algorithmus der Startseite einzudringen.
00:10:36: Damals ging die Leute auf die Startseite von YouTube, um zu sehen was gerade im Trend lag.
00:10:41: Und so konnten wir eine ganze Reihe verschiedener Inhalte auf diese Startseiten von YouTube bringen.
00:10:48: An dem Punkt hieß es dann Fris oder Stirb.
00:10:50: Man musste im Grunde gute Inhalter haben, die den Leuten gefielen – oder eben nicht!
00:10:55: Aber ziemlich schnell wurde dann also klar entweder es ging viral … Oder es war Müll und ging wieder unter.
00:11:03: Wir konnten die Leute also dahin bringen auf die Startseite.
00:11:06: Die Frage war nur, ob sie bleiben will.
00:11:13: Seht ihr?
00:11:13: Für mich ist das alles Black Hat Marketing!
00:11:16: Man bringt keine echten Kunden auf seine Seite oder Videoseite.
00:11:20: stattdessen ist alles gefälscht.
00:11:22: Es sind nicht direkt Bots es sind echte Menschen die Dinge anklicken aber Sie werden dazu verleitet Dinger anzuklicken und wissen gar nicht dass sie es tun.
00:11:31: Das, was sie anklicken ist für Sie unsichtbar.
00:11:34: Aber es läuft im Hintergrund!
00:11:36: Ich nenne das Black Hat Marketing – denn wenn YouTuber rausfinden würde, dass man sich seinen Weg auf die Startseite manipuliert hat, würden die einwahrscheinlich sperren.
00:11:46: Ich finde auch, wenn man einen Haufen gefälschter Follower hat… dann ist das kein echtes Marketing.
00:11:51: Das ist Betrug, Lüge und Manipulation.
00:11:57: Wenn
00:11:57: du Wir sagst, wer ist dieses Wir?
00:12:01: Ich hatte da so ein paar Parteien.
00:12:12: Naja, der Begriff war damals noch nicht wirklich geläufig!
00:12:16: Ich würde sagen wir alle haben es als Marketing betrachtet.
00:12:19: aber ja... Es ist Black Hat, aber wir haben es damals wohl nicht so gesehen.
00:12:25: Aus unserer Sicht waren wir einfach nur eine Marketing-Agentur die alle möglichen Kanäle nutzte um nach Marke die Chance zu geben durchzustarten.
00:12:34: Der Grund weshalb wir damals bekannt wurden war übrigens noch ein anderer.
00:12:38: Wir haben einen Künstler auf Facebook groß gemacht.
00:12:41: Er hatte kein Major Label gar keinen Label.
00:12:43: er hatte nichts entdeckt wo der tatsächlich an einem Lagerfeuer in Nantucket.
00:12:48: Als wir damals versuchten, die Plattenfirmen davon zu überzeugen, dass man Facebook nutzen könne um einen Künstler bekanntzumachen lachten uns erstmal alle aus.
00:12:57: Sie meint nur, Facebook sei was für Kinder!
00:13:00: Wir haben eine richtige Website, meinten sie.
00:13:03: Wir betreiben E-Mailverteiler und bezahlte Werbung.
00:13:06: Niemand glaubte das es möglich war bis wir's dann mit diesem Typen geschafft hatten Und nachdem wir es geschafft hatten wollten uns plötzlich alle dafür bezahlen.
00:13:16: Das Schwierigste war weiterhin erfolgreich zu sein.
00:13:18: Denn sobald man einen Ansatz findet, der funktioniert, fangen alle an einzukopieren und dann muss man wieder eine neuen Weg finden.
00:13:27: Es ist wie auf dem Laufband zu rennen Immer muss man neue innovative Wege finden Wie man einen Künstler bekannt machen oder einfach nur Aufmerksamkeit erregen kann.
00:13:37: Aus unserer Sicht ist es also die Kunst des Marketings.
00:13:41: Für viele von uns fühlt es sich nicht wie Black Hat an Weil wir einfach nur eine Technik oder ein Tool nutzen, das vielleicht zwei oder drei Monate lang funktioniert bis wir etwas anderes finden müssen und wir alle hüten dass wie einen Schatz.
00:13:55: Wenn wir da was haben erzählen wir also niemanden davon damit wir nicht kopiert werden Wie beim Like-Jacking halt!
00:14:02: Wir wollten natürlich nicht, dass die Leute wissen wie wir einem Million Fans für etwas gewinnen konnten.
00:14:08: Es war aber auch echt einfach eine andere Zeit damals.
00:14:11: Es hieß auch nicht Social Media Marketing, sondern Digitales Marketing – neue Medien waren Begriff.
00:14:17: Growth Hacking also Datenbasiertes Marketing gab es nicht.
00:14:22: Ja ist schon interessant wie sich das alles entwickelt hat.
00:14:25: Ich glaube wenn man uns damals direkt gefragt hätte ob das was wir tun gegen die Nutzungsbedingungen verstößt hätten wir wahrscheinlich gelogen und nein gesagt Aber wir alle wussten es.
00:14:37: Wir haben uns da nichts vorgemacht.
00:14:39: Jeder in der Firma wusste, dass wir gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.
00:14:43: Wir dachten uns aber ist doch egal wenn ein echter Nutzer mag was wie ihn präsentieren?
00:14:48: Wir fälschen ja auch nicht die echte Produktmarktpassung.
00:14:52: Alles was wir wollten isst die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen und rausfinden ob unser Produkt passt.
00:15:00: Das
00:15:08: ist jetzt schon etwas weit hergeholt, aber zugegeben das kann funktionieren.
00:15:15: Ich glaube die meisten Leute sagen ich hasse halt als Marketing.
00:15:19: Ich hasse Werbung!
00:15:20: Ich hasste dass alles.
00:15:20: Aber stimmt das?
00:15:22: Wenn auf diese Weise ein Produkt vor dir landet und es ist das perfekte Ding Es ist dein neues Lieblingslied Und du denkst wahnsinnig Kann nicht glauben dass sich das gerade gefunden habe dann hast du es ja nicht.
00:15:34: Wenn man also die Personen, die dieses Produkt braucht mit genau diesem Ding zusammenbringen kann und das ist dein Marketing-Schachzug, dann ist das fantastisches Marketing!
00:15:47: Ich wünschte so wäre alles bei Marketing – dass sie tatsächlich die Person finden, die ihr Produkt braucht und sich auf die konzentrieren.
00:15:55: Leider sieht Marketing viele verschwendete Blicke.
00:16:01: Ja, sicher.
00:16:03: Das ist
00:16:04: viel verschwendetes Geld!
00:16:07: Schon damals, ich erinnere mich an einen Bericht aus der Werbeforschung wahrscheinlich, ich glaube vom Zwei-Tausen-Elf oder so, der besagte dass nur acht Prozent der Leute die eine Anzeige online sahen.
00:16:18: echt waren Eine Maschine, quasi die sich mit einer anderen Maschine verbunden hat.
00:16:23: Die die Anzeige präsentierte.
00:16:25: Aber ja am andern Ende saß da kein echter Mensch und das war vor fünfzehn Jahren.
00:16:29: Das ist seitdem bestimmt noch viel schlimmer geworden.
00:16:34: Als
00:16:38: du
00:16:38: diese Black Hat Sachen gemacht hast, hattest du da Erfolgsgeschichten von Leuten die du groß gemacht hast oder von Produkten die du gut auf den Markt gebracht
00:16:49: hast?
00:16:54: Auf jeden Fall.
00:16:55: Wir haben eine Marke im Action-Sportbereich, die auf Platz siebzehn lag und auf Platz drei am Markt gebracht.
00:17:02: Und das Verrückte war... Wenn man erfolgreich wird, strömen plötzlich alle großen Marken herbei.
00:17:08: Plötzlich wollen sie alle eine Zusammenarbeit oder ein Deal mit einem eingehen.
00:17:13: Am Ende geht man dann also wirklich große Markenpartnerschaften und Kooperation mit etablierten Unternehmen ein.
00:17:19: Der Schneeball kommt sozusagen ins Rollen.
00:17:22: Und ja, dann geht es weniger um Black Hat Methoden als viel mehr um traditionelles Projektmanagement, um Veröffentlichungspläne und einfach nur um Kreativität – weniger um Hacking.
00:17:40: Eine
00:17:40: Sportmarke stieg also von Platz siebzehn auf drei!
00:17:43: Was
00:17:45: noch?
00:17:46: Wir
00:17:46: haben einen Musiker rausgebracht, der ohne Label auf Platz eins bei iTunes und Platz sieben in den Billboard-Charts landete.
00:17:54: Okay,
00:17:56: Platz eins beim iTunes, Platz siebens?
00:17:59: Sind das manipulierte Zahlen?
00:18:04: Nein die sind echt!
00:18:05: Das ist ja das Verrückte.
00:18:06: Deshalb habe ich nicht das Gefühl dass es Black Hat war weil wir alle Leute ja wirklich erreicht haben.
00:18:12: Wir haben Menschen erreicht, die entschieden haben, dass sie den Künstler wirklich mögen.
00:18:28: Als wir dann seine IP veröffentlichten, landet er auf Platz eins.
00:18:32: Niemand konnte es glauben!
00:18:33: Die Leute dachten, wir hätten die Zahlen gefälscht aber wir haben nichts gefältscht.
00:18:37: alles war echt.
00:18:39: Wir haben die Konsumenten genau im richtigen Moment abgeholt als sie den Künstler für sich entdecken.
00:18:44: Unsere Techniken haben's dann ermöglicht eine echte Produktmarktpassung zu erzielen Aber die Techniken die wir verwendet haben waren definitiv nicht erlaubt.
00:19:02: Als ich mit diesem Podcast gestartet bin, dachte ich okay.
00:19:06: Wie vermarkten wir das?
00:19:08: Und man sieht schnell einige dieser Black Heart Marketing-Techniken.
00:19:11: Ich musste da in mich gehen und mich fragen Bin ich ein Typ der sich seinen Erfolg erschummt?
00:19:17: So nach dem Motto Fake it till you make it?
00:19:20: Ich habe lange mit mir gerungen.
00:19:22: Erst dachte ich, ich bin ein Hacker.
00:19:23: Natürlich nutze ich jeden Trick den es
00:19:25: gibt.".
00:19:26: Und das ist großartig!
00:19:27: Wir sollten alles ausprobieren.
00:19:29: und dann dachte ich... Nein, das ist nicht ehrlich.
00:19:32: Das ist unethisch.
00:19:35: Ich habe mich also gegen Black Hat Marketing entschieden.
00:19:38: Bin aber total für Guerilla-Marketing, also unkonventionelles Marketing.
00:19:42: Wenn ich auf eine Konferenz gehe unter einen Lehrerstand ist an dem ein Aussteller nicht aufgetaucht setze ich mich manchmal an diesen Stand und hänge ein kleines Banner auf.
00:19:51: Auf dem steht... Hey, wir sind die Dark Knight Diaries!
00:19:59: Und ich habe keine Zehntausend Dollar für diesen Stand bezahlt.
00:20:02: Bis irgendwann Leute kommen und sagen hey haben sie für diesen stand bezahlt?
00:20:06: Nein okay dann verschwinden Sie.
00:20:09: Alles klar cool.
00:20:11: Ich
00:20:11: klebe auch Sticker an Orte.
00:20:13: An die keine Sticker gehören.
00:20:16: Das ist Geräermarketing.
00:20:21: Ja, du hast recht!
00:20:22: Ich habe da auch Beispiele.
00:20:23: Zwei Tausend Dreizehn.
00:20:24: zum Beispiel haben wir eine App namens Hater-App auf den Markt gebracht.
00:20:28: Es war so etwas wie Instagram für alles was man hasst.
00:20:32: Unser Logo waren riesiger Daumen nach unten.
00:20:34: Wir sind... ich hätte das nie gedacht Zum South by Southwest gefahren und haben den Leuten im Vorbeigehen Aufkleber auf den Rücken geklebt.
00:20:43: Sie liefen Tausende von Menschen mit diesen Aufklebern rum.
00:20:47: Wir bekamen dann wirklich sehr viele Downloads.
00:20:49: Der Nachteil war leider, dass wir das Ding total schlampig entwickelt hatten.
00:20:53: Die App war nicht funktionsfähig Aber es war ein interessanter Moment.
00:20:57: Es gab Interviews mit dem Wall Street Journal und anderen dazu.
00:21:02: Damals war das eine riesige Geschichte, weil wir im Grunde diesen Guerilla-Ansatz verfolgt hatten und es irgendwie funktioniert hat.
00:21:10: Um auf das von vorhin zurückzukommen... Ich habe das was ich online gemacht hab eigentlich immer so gesehen.
00:21:17: Vielleicht rechtfertige ich das jetzt nur.
00:21:20: Im Nachhinein betrachte ich die Vergangenheit vielleicht auch etwas verklärt aber ich erinnere mich dass sich wirklich das Gefühl hatte Die guerrilla Version dessen war, was wir persönlich draußen gemacht haben.
00:21:41: Eins
00:21:41: ist mir
00:21:41: in der Podcastwelt aufgefallen – die Leute können sich ihren Weg an die Spitze der Apple-Podcast charts zwar fälschen aber die meisten stürzen ab sobald sie aufhören, ihren Black Hat Marketer zu bezahlen.
00:21:56: Ja, das stimmt.
00:21:58: Ich kenne da einen Künstler den ich jetzt nicht namentlich nennen werde der heute ein großer Star ist war für nen Grammy nominiert in Haufen Sachen.
00:22:07: Das gesamte erste Album war gefälscht.
00:22:11: Okay,
00:22:13: ich weiß von wem du sprichst.
00:22:14: Pass auf!
00:22:15: Ich habe letzte Woche diesen Artikel gesehen.
00:22:18: Spotify beschuldigt Drake Milliarden von betrügerischen Streams gefälscht zu haben.
00:22:27: Über den habe ich nicht gesprochen, aber das ist auch interessant.
00:22:34: Okay – damit war Andrew also eine Zeit lang beschäftigt.
00:22:38: Er lebte in Los Angeles und machte aber nicht nur Black Hat Marketing um Karrieren-Schwung zu verleihen.
00:22:44: Er baute auch Websites und Techunternehmen auf, kaufte und verkaufte sie.
00:22:48: Er hatte tiefer Einblick in das Internet und sah es auf einer Art und Weise wie es nur wenige taten.
00:22:55: Einer seiner Freunde ist Morgan und sie ging gerne zusammen zu Fußball spielen.
00:23:03: Damals, ich erinnere mich hatten wir Tickets für die LA Rams.
00:23:06: Wir gingen da alle zusammen hin, hatten zehn Plätze nebeneinander.
00:23:09: Morgen, ich und ein paar Leute aus der Musikbranche, die wir kannten.
00:23:13: Ich war für alle dieser seltsame Krypto-Typ.
00:23:16: In den vergangenen Jahren hatte ich mit dem Mining angefangen.
00:23:24: Jeder, der damals dabei war weiß aber bestimmt was ich meine.
00:23:27: Reine Tech-Leute mochten die Blockchain Leute nicht besonders.
00:23:31: Wenn man Kryptotyp war, war man in der Techwelt irgendwie gebranntmarkt.
00:23:36: Es fühlte sich wirklich so an als ob man da in einer Schublade feststecken würde aus dem man dann noch nie mehr raus kam.
00:23:42: Also achtete ich sehr darauf weiterhin Tech zu bauen Aber das ganze Blockchain Krypto zeug davon getrennt zu halten.
00:23:49: Um zwei Tausend Siebzehn rum verschmolzen diese Welten aber miteinander.
00:23:53: Plötzlich tauchten Leute in Anzügen auf Krypto-Events auf und im nächsten Moment waren Banker da, alle sprachen darüber wie man es für Unternehmen nutzen könnte.
00:24:04: Die Musikleute kamen dann jedenfalls zu uns und fragten hey könnt ihr Blockchain nutzen um zu tracken wie oft Songs gespielt werden?
00:24:12: Der Grund dafür ist dass die Streamingdienste den Labels bis heute einfach immer nur eine CSV Datei geben Also eine Liste in der steht Snoop Dogg, einhundert Millionen Plays.
00:24:24: Aber es gibt dafür keine Belege!
00:24:26: Keine Belege für die tatsächliche Nutzung.
00:24:29: Die aber ist der Hauptfaktor dafür wie viel Geld man jeden Monat bei Streaming-Diensten verdienen sollte.
00:24:35: also Es ist wirklich eigenartig dass es dafür keine echten Belege gibt.
00:24:40: Als der Streaming aufkam, übernahm die Musikindustrie einfach das was sie schon immer bei physischen Tonträgern gemacht hatte und das war immer eine Prüfungsperiode nach drei Jahren.
00:24:52: Alle drei Jahre prüfen Sie also den Partner.
00:24:55: Eine forensische Prüfung der Nutzung nicht der Verträge oder der Einnahmen sondern der Abspielzahlen eines Songs konnte dann allerdings bis zu zwei Jahre dauern.
00:25:05: Man findet also fünf Jahre später raus dass man vor fünf Jahren Eine Million Dollar mehr für diesen oder jenen Künstler und sagen wir zwei Millionen für diese oder jene Künstlerin hätte bezahlt werden müssen.
00:25:19: Und das summiert sich, aber die Gesamtsumme ist ja bereits ausgezahlt.
00:25:25: man kann das Geld also nicht von den Streamingdiensten zurückfordern weil es weg ist.
00:25:30: Deshalb kam sie zu uns mit der Annahme dass Blockchain eine Lösung darstellen könnte.
00:25:36: Du bist unser komischer Kryptofreund, der auch was von Musik versteht, meinten Sie.
00:25:41: Und wir vertrauen Deinem gesamten Team hier!
00:25:44: Morgen meinen Mitgründer war Lobbyist für viele der großen Labels in Bezug auf Urheberrechtsschutz und die Ausweitung des Urheberechts – ein Porrier, ein echt begabter Machine Learning & KI-Engineur.
00:25:57: Damals machten wir viele Kryptosachen zusammen.
00:26:00: Sie fragten uns als Team also ob wir einen Echtzeit Tracking Tool bauen könnten?
00:26:06: mit dem wir dann sehen, wie oft jeder Song wirklich gespielt wird.
00:26:10: Man kann sich halt nicht auf die CSV-Dateien verlassen – die sind immer falsch eigentlich!
00:26:17: Was wir nämlich in den Offline Prüfungen gesehen hatten war dass die Abweichung im Durchschnitt zwischen zwanzig und dreißig Prozent lag wobei die Zahlen immer zu niedrig angesetzt waren.
00:26:27: Stell dir also vor du würdest ständig zwanzi bis dreißzig Prozent weniger bezahlt bekommen als du eigentlich verdient hättest.
00:26:35: Das war unser Ausgangspunkt.
00:26:36: Und dann haben wir diese Technologie entwickelt, eine der schnellsten Blockchains der Welt – zehn Millionen Transaktionen pro Sekunde und Region!
00:26:45: Wir haben da über vierzig Patente in sieben Ländern angemeldet, etwa dreißig davon sind erteilt worden.
00:26:51: Wir haben diese Technologien entwickelt.
00:26:54: Als wir sie in Betrieb nahmen, haben wir dann ganz zufällig ein Betrugsfall entdeckt.
00:27:05: Diese Entdeckung sollte ihn letztendlich dazu bringen, genau diese Blockchainfirma die er gerade aufgebaut hatte, aufzugeben und seinem Leben eine ganz neue Richtung zu geben.
00:27:20: Andrew und seine Mitgründer Morgan and Poirier bauten ein Tool um zu tracken wie oft ein Song gespielt wird.
00:27:29: Da die Musiklabels das wollen, halten sie ihm auch dabei mit diesen Musikstreaming-Diensten in Kontakt zu treten um einen Weg zu finden wie Andrew die Echtzeit Streamingdaten einsehen konnte.
00:27:40: Andrew und seine Kollegen schlossen dann Deals mit diesem Streaming-Plattform ab so dass ihr die Abspielzahlen für die paar Musiklabel sehen konnten mit denen sie zu tun hatten.
00:27:50: Ihr zählen wir einfach die Plays zu zäheln und sicherzustellen da es der Künstler oder die Künstlerin für das bezahlt wird was gespielt wurde.
00:28:00: Was sie dabei nicht ahnten war, dass das Zählen der Place überhaupt nicht exakt
00:28:05: war.".
00:28:09: Wir
00:28:10: sahen dann wirklich diese eigenartigen Nutzercluster zum Beispiel achtausend Nutzer die an einem Sonntag dreiundsechzigmal genau dieselbe Abfolge von Songs spielten oder Nutzer, die in derselben Woche plötzlich Abspielzahlen in siebzehn verschiedenen Ländern generierten.
00:28:28: Wie soll das gehen?
00:28:29: Wir bemerkten diese Unstimmigkeiten und gingen zu den Labels-und Screamingdiensten und erklärten ihm, dass wir glauben einen Betrugsproblem entdeckt haben.
00:28:40: Wenn wir die vertrauenswürdige Quelle für die Anzahl der Wiedergaben eines Songs sein sollen Und euch lediglich mitteilen, dass ein Song abgespielt wurde sagen wir euch damit gar nicht, welche Absicht hinter der Wiedergabe steckt und ob das Abspielen überhaupt gezählt werden sollte.
00:28:58: Ihr könnt das da eigentlich gar nicht auszahlen – das sind Betrugsfälle die aussortiert werden müssten!
00:29:04: Solange wir das Betrugsproblem nicht lösen können wir nicht unserer eigentlichen Aufgabe nachkauen.
00:29:11: Das war die Schlussfolgerung zu der wir nach zweieinhalb Jahren gelangt sind Und es war wirklich ein schwieriger Moment für unser Unternehmen Denn unser Tool war ja auf was Bestimmtes ausgerichtet.
00:29:21: Und dann stellt man aber fest, dass man völlig anderes Problem hat – das man eigentlich auch mit ganz anderen Mitteln lösen
00:29:29: müsste.".
00:29:35: Ich
00:29:35: kann immer noch nicht fassen, dass die Streaming-Dienste nicht in der Lage waren so etwas zu erkennen!
00:29:41: In der Podcastwelt haben wir die IAB Guidelines.
00:29:45: Die legen standardisierte Messgrößen für die Branche fest, um Hörerzahlen korrekt zu erfassen.
00:29:51: Und dazu gehören eine ganze Liste an Kriterien – zum Beispiel wenn ein Nutzer auf dem Handy anfängt und dann auf den Computer wechselt sind das dann zwei Hörers oder
00:30:01: einer?
00:30:02: Sie müssen den Track überhaupt erst mal über eine Minute lang herunterladen bevor er als ein Listen gilt!
00:30:08: Wenn es auf einer Smartwatch gestreamt wird Greift die Uhr ganz anders auf mp.dreistzu als ein Computer, das sieht aus wie fünfhundert Lissens wenn es von einer Uhr kommt.
00:30:18: also muss man das bereinigen.
00:30:20: Man kann nachlesen wie man Podcasts misst und dass ist sehr komplex Und ich kann mir einfach nicht vorstellen dass diese riesigen Streaming Dienste keine genauen Download Zahlen haben wollten vor allem wenn sie dafür bezahlen.
00:30:33: Die müssen noch ein ganzes Team von Leuten gehabt haben die versucht haben das herauszufinden und du sagst nein hatten Sie nicht.
00:30:40: Du warst derjenige, der das herausgefunden
00:30:46: hat.
00:30:47: Nein,
00:30:47: hatten sie nicht!
00:30:48: Damals hatten große Streamingdienste alle weniger als eine halbe Stelle
00:30:53: dafür.".
00:30:54: Der oder diejenige war wahrscheinlich dann Datenwissenschaftler und man nutzte da hauptsächlich regelbasierte Anomalieerkennung, also zum Beispiel wurde ein Song öfter abgespielt als es buchstäblich ging.
00:31:07: Oder hat jemand einen Song diese Woche etwa zehntausend Mal abgespielt?
00:31:16: Das ist
00:31:17: wirklich ernüchternd und schwer zu glauben!
00:31:20: Denn wenn das um Geld geht muss man genau abrechnen Verrückt?
00:31:25: Wie gesagt, IAB ist eine zertifizierbare Metrik.
00:31:29: Man kann sie dafür bezahlen dass Sie das Monitoring und die Statistiken prüfen und bestätigen.
00:31:35: Und dann sind Sponsoren eher bereit für die Abrufzahlen auch zu bezahlen weil man sagen kann ja das ist korrekt
00:31:42: wir
00:31:42: sind IAB-Zertifiziert
00:31:47: Genau.
00:31:47: Wenn ich Podcast-Werbung gemacht habe, hab' ich mich immer nach den Zertifikaten erkundigt weil ich den Zahlen nicht vertraue.
00:31:55: Insbesondere in den Anfangstagen des Podcastings hatte man das Gefühl, dass wäre wie Kaffeesatz lesen.
00:32:01: Das machte alles gar keinen Sinn.
00:32:05: Das wurde also Andrews Wendepunkt.
00:32:07: Er konnte zu den Musikstreamingdiensten gehen und sie davon überzeugen, dass die Opfer einer gewaltigen Täuschung sind.
00:32:14: Hier ist der Beweis.
00:32:16: Zuerst glaubten sie ihm nicht.
00:32:18: Also musste er ihnen zeigen, wie viel Betrug es tatsächlich gab!
00:32:21: Und schließlich sagten sie... okay?
00:32:24: Anstatt nur die Musiklabels zu überwachen – die du eigentlich überwachsen sollst… würdest du dir mal unsere gesamte gestreamte Musik ansehen und prüfen was du noch so
00:32:34: findest?!
00:32:35: Das hat sich dann verselbstständigt.
00:32:37: Aus einem Streaming-Anbieter wurden zwei und er bekam immer mehr unbegrenzte Downloaddaten von vielen Online-Streaming-Plattformen.
00:32:47: Ja, wir sind der Marktführer.
00:32:48: Wir sind der Markt!
00:32:50: Unser Eindruck war, dass wir den Markt erst geschaffen haben.
00:32:53: Ich erinnere mich als ich damals dem Plattenfirmen und den Streamingdiensten sagte Dass sie ein Betrugsproblem haben.
00:32:59: Da haben Sie uns buchstäblich ausgelacht.
00:33:02: Vor allem die großen Platten Firmen meinten das der Anteil ganz sicher sehr klein sei Sicher unter einem Prozent.
00:33:07: Man muss auch bedenken ihre Künstler betrügen ja nicht Und das haben sie als Ihre Daten betrachtet.
00:33:15: Sie meinten, dass es da eben keine Auffälligkeiten gäbe.
00:33:18: Für sie sah's einfach so aus als würde der Independent-Markt wachsen.
00:33:23: Ich würde behaupten das der Großteil des Wachstums im Independent Musikbereich auf Betrug zurückzuführen ist und nicht auf einen echten Anstieg des Marktanteils der Independent Szene.
00:33:38: Okay,
00:33:43: du hattest ein paar Dinge genannt die dir aufgefallen sind.
00:33:46: Leute die Dinge abspielen obwohl es menschlich unmöglich ist sie so oft zu spielen oder eine Gruppe von Leuten die in verschiedenen Regionen alle zur exakt gleichen Zeit das gleiche abspielt.
00:33:58: Das klingt für mich weil ich aus der Cyber-Sicherheitswelt komme
00:34:03: nicht
00:34:03: exakt nach Threat Intelligence aber ja es klingt so ein bisschen danach Als würdest du dir ein Tool für Sicherheitsvorfälle ansehen und versuchen Signaturen zu erstellen, um zu erkennen wenn es einen Sicherheitsvorfall gibt.
00:34:18: Nur mal so als Vergleich Wenn ich fünfzig Verbindungen aus einem Büro habe die alle zur selben IP-Adresse irgendwo von verschiedenen internen Computern gehen Warum ist das passiert?
00:34:30: Es könnte ein Botnet in unserer Firma geben dass plötzlich sagt oh ruft alle zurselben Zeit nach Hause an Holt euch neue Anweisungen.
00:34:39: Ich würde diese fünfzig Computer sofort markieren und sagen, kann da mal jemand einen Antivirus drüber laufen lassen um zu sehen was hier los ist?
00:34:47: Und ich hätte recht!
00:34:48: Da wäre ein Botnet auf dem Computer.
00:34:52: Also könnte ich mir vorstellen wir hätten mich hier auch die Möglichkeit einer Botnet zu erkennen.
00:34:58: indem wir uns ansehen wie um alles in der Welt das alles in derselben Millisekunde passiert ist Richtig?
00:35:05: Ich
00:35:05: könnte mir vorstellen, dass es in etwa solche Tools oder Signaturen sind.
00:35:09: Oder wie genau läuft
00:35:12: das?
00:35:16: Genau!
00:35:17: Wir haben da fast siebenhundert Modelle die nach verschiedenen Sachen suchen und ja alles ändert sich ständig.
00:35:25: Da
00:35:25: gab's zum Beispiel ein Fall, in dem jemand den Delivery Feed eines großen Künstlers gehackt hatte.
00:35:31: Es ging also um die Produktdaten, die an externe Plattformen übermittelt werden.
00:35:36: Es ist ziemlich üblich, mehrere Registrierungsnummer für den selben Song zu haben.
00:35:41: Weil er zum Beispiel Teil eines Albums ist oder weil er eine Single ist oder eine Deluxe Version des Songs isst.
00:35:48: was dann oft passiert ist dass der Streamingdienst das zusammenfasst und eine übergeordnete Nummer ein paar untergeordneten Nummern auswählt.
00:35:59: auf diese Weise sind sie dann alle gruppiert.
00:36:02: In diesem Fall hatte jemand den Feed gehackt, seine Version des Songs eingefügt.
00:36:08: Aber die Metadaten dafür... ...die Bezahlung unterschieden sich vom eigentlichen Label.
00:36:13: In diesem fall sieht es also aus wie der selbe Song.
00:36:16: Es klingt auch wieder derselbe Song hat dasselbe Artwork aber die vom Finansteam des Streaming Dienstes ausgehende Bezahlungen geht woanders hin.
00:36:26: Die Hacker haben ihre Version als die Übergeordnete registriert und daraufhin die Auszahlung manipuliert.
00:36:33: So haben sie diesen Künstler über einen Zeitraum von acht Monaten um Millionen von Dollar betrugen.
00:36:39: Wir haben das anhand der Methoden erkannt, mit denen Sie die Streams manipulieren hatten.
00:36:44: wir haben es recht früh entdeckt und dann hat's auch aufgehört.
00:36:47: Wir haben dann aber ein Modell entwickelt, um weitere Künstlerinnen und Künstlern zu finden, denen dasselbe widerfahren war.
00:36:54: Und da haben wir dann herausgefunden, das tatsächlich ein Tausend siebenhundert weitere Künder betroffen waren die im Laufe von paar Jahren auf dieselbe Art und Weise also betrogen wurden.
00:37:06: Ja, aber die Betrüger sind wie gesagt ständig kreativ.
00:37:10: Ein weiterer Fall, den wir vor etwas mehr als anderthalb Jahren entdeckt haben drehte sich um ein Device das ganz viele Streams generierte.
00:37:18: Normalerweise sieht man genau um was es sich handelt.
00:37:21: Ein Android-System zum Beispiel.
00:37:23: also man sieht welches Betriebssystem drauf ist, was für ein Gerät es genau ist und so weiter.
00:37:30: aber das hier war ein Geräte dass wir noch nie gesehen hatten Und es stellte sich dann raus, dass der Strafvollzugsbehörde gehörte Das Gefängnissystem gehackt und alle Tablets im Gefängnis in eine Streaming-Farm verwandelt hatte.
00:37:52: Wow!
00:37:54: Wie ist das passiert?
00:37:59: Ich weiß nicht, wie Sie es gehackten haben aber unter dem Strich hatten sie ich glaube es waren vierhunderttausend Geräte.
00:38:04: Hatten sie also vierhundertausend Gerät in einer Streaming Farm verwandeln mit der sie die Streams von Streaming-Playern manipuliert haben.
00:38:12: Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass Heftlinge solche Geräte überhaupt haben.
00:38:16: Aber in vielen Bundesstaaten ist das der Fall!
00:38:19: Man zahlt glaube ich dann pro Minute Nutzung oder so... man bezahlt für diese Geräten und es gibt eine handvoll zugelassene Anwendung.
00:38:27: Er stellte sich raus, dass die meisten davon in einer oder mehreren Firmen betrieben oder im Besitz dieser Firmen sind.
00:38:35: Und jemand hatte die Geräte einfach gehackt und konnte sie alle in eine Art Botnetz nutzen – so was hatten wir damals nicht erwartet!
00:38:49: Ja der Geredetyp war halt neu und anders….
00:38:52: Der fiel auf, hatten wir noch nie so gesehen.
00:38:55: Wir haben Community Clustering Verfahren, die nach verschiedenen Parametern und Merkmalen suchen.
00:39:01: Wir erhalten derzeit von Streamingdiensten alle möglichen Daten – Akkulaufzeit Ausrichtung des Geräts alles was man in der App gemacht hat.
00:39:09: wir erfassen viele verschiedene Daten anonymisiert aber individuell und gehascht.
00:39:20: Die
00:39:21: App des Streaming Dienste sammelt es und ihr seht das dann auch.
00:39:27: Ja, wir sehen eine anonymisierte Version in der Regel geherrscht.
00:39:31: Also keine personenbezogenen Daten.
00:39:33: Aber als wir diese Daten dann abgleichen, fragten wir uns warum sind die hier alle genau gleich?
00:39:39: Wir haben dieses spezielle Gerät auch noch nie gesehen.
00:39:41: was ist da also los?
00:39:43: und dann stellte sich raus dass dieses ein Gerät speziell für die Strafvollzugsbehörde hergestellt wurde.
00:39:52: Das führt einen also gewissermaßen zu einem einzigen Anbieter, wodurch man dann den Rest aufklären kann.
00:39:59: Ja das war wirklich ein sehr interessanter Fall!
00:40:04: Und was
00:40:05: macht ihr denn damit?
00:40:06: Sagt ihr okay Streaming-Dienst hier ist ein Gerätetyp die wir einfach nicht...
00:40:12: Wir demonitarisieren alles.
00:40:15: Also wir bezahlen kein dieser Streams.
00:40:20: Aber ihr
00:40:20: blockiert das, ich meine nicht blockieren aber demonitarisiert diesen Gerätetyp?
00:40:25: Könnt ihr das so granular machen?
00:40:33: Ja sicher!
00:40:33: Wir sagen dann einfach dass die nicht bezahlt werden.
00:40:37: Das Ganze funktioniert so, dass wir am Ende jedes Monats drei Hauptprüfungen durchgeführt haben.
00:40:43: Wir suchen täglich nach Betrugsfällen, damit diese aus den produktbezogenen Bereichen entfernt werden.
00:40:49: Also Empfehlungsmaschinen, Algorithmen und so weiter.
00:40:53: Wir gewichten alles was wir als betrügerisch erkennen gewissermaßen herunter.
00:40:57: Damit wird das Problem nicht noch verschlimmern.
00:41:00: Wöchentlich führen wir dann Aktualisierung der Charts durch.
00:41:03: Man darf die Charts ja wöchendlich aktualisieren.
00:41:07: Da kommt Betrug aber viel selten davor, denn wie gesagt die meisten großen Künstler betrügen nicht – zumindest was das Streaming angeht.
00:41:15: Aber auch hier gehen wir einfach auf Nummer sicher!
00:41:17: Der letzte Punkt und das ist der Entscheidende ist die Auszahlung der Gelder.
00:41:21: Am Ende jedes Monats führen wir also eine Überprüfung für den gesamten Monat durch.
00:41:26: Dabei entdecken wir immer wieder Sachen.
00:41:29: Die wirklich offensichtlichen Betrugsfälle entdeken wir aber schon am ersten Tag.
00:41:34: Aber es gibt auch Betrugsfälle, bei denen es länger dauert sie zu entdecken.
00:41:38: Da lässt sich dann erkennen wie Sie im Laufe einer Woche zwei oder dreier Wochen zusammenwirken.
00:41:45: Es gibt alle möglichen Fälle die wir zum Beispiel zu Beginn noch aufgedeckt haben, die heute nicht mehr vorkommen.
00:41:51: Aber es ist auch kompliziert da es z.B.
00:41:54: die unterschiedliche Länge der Monate.
00:42:02: Oft haben die internen Entwicklerinnen und Entwicklern früher am Monatsende einfach nur die ersten achtundzwanzig Tage für die Suche nach Anomalien herangezogen.
00:42:14: Und ich weiß nicht, wie Betrüger das rausgefunden haben?
00:42:17: Aber die haben dann ab dem neunundzwantigsten Tag alle ihre Bots erst auf Hochtouren laufen lassen!
00:42:25: Man sah da riesige Zahlen an Anomalin am Neunund zwanzigsten dreißigste und einunddreißigsten eines Monats.
00:42:31: Sie führten ihren Betrug also erst am Ende des Monats durch und entgingen so den Kontrollen.
00:42:38: Wenn wir auf so ein Vorgehen stoßen, sperren wir sie jedenfalls oder entziehen ihnen die Monetarisierung.
00:42:46: In manchen Fällen ergreifen dann die Streaming-Dienste auch Maßnahmen und entfernen dann den gesamten Inhalt.
00:42:53: Aber in diesem Fall war es dann leicht zu erkennen – neunundneinzig Prozent aller Streams stammten von eindeutig gefälschten Konten!
00:43:01: Wir haben diese Regelwerke eingerichtet, um sicherzustellen dass die schlimmsten Fälle von Betrug erfasst werden.
00:43:07: Der Streamingdienst entfernt dann diese Inhalte oder nimmt sie komplett von der Plattform.
00:43:13: Das scheint unglaublich effektiv zu sein Denn die Betrüger merken das sie erwischt werden und hören einfach damit auf Oder wechseln zur anderen Diensten.
00:43:23: Ich bin aber nicht so naiv zu glauben, dass wir Betrug immer verhindern können.
00:43:28: Es wird immer kluge Köpfe geben die dann verschiedene andere Techniken ausprobieren Aber ich glaube schon Wir können es ihnen so schwer machen das sie sich einfach anderen Branchen zu werden.
00:43:39: Es ist so
00:43:49: interessant für mich ihm zuzuhören Denn das ist keine Cyber-Sicherheitsgeschichte.
00:43:55: und doch ist alles, was er sagt genau das, was im Bereich der Cybersicherheit passiert.
00:44:00: Man richtet Überwachungstools ein, man erstellt Regeln um Probleme zu erkennen – dann macht man es den Leuten schwerer diese Dinge wieder auszulotzen!
00:44:10: Sie haben das alles von Grund auf neu gebaut.
00:44:13: Wir alle wissen dass man Hacker in der Cyber Sicherheit nie aufhalten kann aber man will es ihnen so schwer machen da sie sich ein einfacheres Ziel suchen.
00:44:21: Das höre ich immer wieder.
00:44:23: Und genau das macht er in dieser Welt!
00:44:26: Manche Leute kontaktieren mich und beschweren sich, wenn ich eine Episode mache die nichts mit Cyber-Sicherheit zu tun hat.
00:44:32: Aber hört zu – In dieser Show geht es um die dunkle Seite des Internets.
00:44:36: Für mich umfasst das weit mehr als nur Cyber Sicherheit.
00:44:40: Es geht um all die verborgenen Dinge, die man nie sieht oder erlebt.
00:44:45: Genau damit machen wir in der nächsten Woche weiter.
00:44:48: Denn
00:44:49: was Andrew bis jetzt beschrieben ist erst die halbe Geschichte.
00:44:53: Im zweiten Teil geht es darum, wer hinter diesem Betrug steckt?
00:44:57: Warum dabei Milliarden fließen und weshalb Musikstreaming plötzlich zu einem Werkzeug für organisierte Kriminalität wird?
00:45:24: Diese Episode wurde im englischen Original von Jack Reesider erstellt.
00:45:28: Den Text haben Marco Pauli und Isabel Grünewald übersetzt und gesprochen.
00:45:33: Produktion Marko Pauli Titelmusik Breakmaster Cylinder.
00:45:38: Dies sind die dagene Diaries auf Deutsch von Heise Online.
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